Patientenbeispiel Nr. 2: Manifestation des nSB bei Status nach Schenkelhalsfraktur rechts

Trendelenburg'sches Zeichen

Trendelenburg’sches Zeichen – Definition

Zu Ehren der beiden Forscher – Friedrich TRENDELENBURG (24.5.1844 – 15.12.1924) und Guillaume Benjamin Amand DUCHENNE de BOULOGNE (17.9.1806 – 15.9.1875), werden die typischen Hink Mechanismen bei Problemen rund ums Hüftgelenk mit deren Eigennamen benannt. 

Obwohl beide Autoren das identische Bewegungsmuster beschrieben haben – Duchenne bei einer Lähmung des M. gluteus medius und Trendelenburg bei einer Hüftgelenksluxation, wird heute das Absinken des Beckens auf dem Standbein Trendelenburg zugeordnet und die seitliche Translation über das Standbein Duchenne.

Diese Zuordnung geht nach M.E. Müller auf Ombrédanne zurück, nach dem

“…  als Duchenne – Phänomen nur das Überlegen des Oberkörpers nach der Standbeinseite und als Trendelenburg-Phänomen das Kippen des Beckens auf die unbelastete Seite …”

bezeichnet wird.

M.E. Müller „Die hüftnahen Femurosteotomien unter Berücksichtigung der Form, Funktion und Beanspruchung des Hüftgelenkes – 2. Auflage 1971 – Georg Thieme Verlag“

Normale Situation bei der die Kraft der Abduktoren (vorwiegend M. gluteus medius) des Standbeines das freie Gewicht des Beckens annähernd horizontal hält
b Bei starker Parese der Abduktoren fällt das Becken zur Spielbeinseite ab = positives Trendelenburg Zeichen
c Bei leichter Parese findet eine translatorische Bewegung des Oberkörpers auf die Standbeinseite statt = Duchenne Hinken

Auszüge aus den Original Arbeiten der beiden Autoren können hier gelesen werden:

Hier die Originalarbeit von Trendelenburg

und hier diejenige von Duchenne de Boulogne