Die normalen Phasen des menschlichen Gehens

Zur Analyse der Gehbewegungen des Menschen wird ein Gangzyklus üblicherweise in verschiedene Gangphasen zerlegt.

Das war auch die Idee dieser historischen Aufnahmen von E.J. Marey, einem der Pioniere der Kinematographie. Mittels einer selbstentwickelten Methode – der Chronophotographie – gelang es ihm nach jahrelangem Experimentieren, mehrere Sequenzen eines Bewegungsablaufes auf einem Negativ gleichzeitig zu belichten, wodurch der ganze Ablauf einer Bewegung ähnlich einer Stroboskop Aufnahme in seinem zeitlichen Muster ersichtlich wurde.

Bekannt sind solche Bilder, die die ganze Sequenz eines gehenden/rennenden Menschen auf einem Bild zeigen und durch die Markierung der Extremitäten mit weissen Linien noch anschaulicher machen …

bis zur völligen Abstraktion, welche nur noch einen Strichmenschen zeigt, um so die Gangspuren deutlicher zu erkennen.

Ähnliches publizierten Braune & Fischer in ihrem legentären Buch “Der Gang des Menschen” im Jahre 1895.

Mit den heutigen digitalen Techniken macht man vom Prinzip her noch immer das gleiche.

Die folgenden Bildsequenzen stammen aus dem Buch von O. Bronner welche eine enge Mitarbeieterin von S. Klein-Vogelbach war. Die Aufnahmen wurden damals in den 1980-er Jahren im Ganglabor der Orthopädischen Klinik Basel noch analog aufgezeichnet. Dieses gehörte damals unter der Leitung von Prof. Baumann zu den führenden Labors auf der Welt.

Einen kompletten Gangzyklus kann man auf diesen Bildern aus dem Buch von O. Bronner sehen.

Jacquelin Perry ist die andere grosse Dame, welche sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Erforschung des menschlichen Gehens und seiner Störungen befasst und dies in Ihrem Standardwerk “Ganganalyse” beschrieben hat.

Man kann auf dem Titelbild erkennen, dass die Marey’schen Bilder noch bis in die heutige Zeit nachwirken!

Ihre Schülerin, Kirsten Götz-Neumann unterrichtet nach dem System Perry in Deutschland

Die Gangphasen nach Perry sehen so aus. Sie unterscheiden sich in der Terminologie etwas von der üblichen deutschsprachigen Wortwahl.

Überträgt man diese Nomenklatur auf diejenige von Klein-Vogelbach, sieht eine Schrittphase so aus.

Damit sind die Grundlagen zur Analyse der menschlichen Gehbewegungen gelegt und können nun in eindeutiger Weise angewandt werden.